LEBEN DES GALILEI

Schauspiel nach Bertolt Brecht mit Musik von Hanns Eisler

 

»Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher.«

In einer Gegenwart, in der es wimmelt von Fake News und fragwürdigen Behauptungen, gelabelt als »alternative Fakten«, wird einem bang um das Wissen und die Wissenschaft. Übertrumpfen Emotionen letztlich die Wahrheit? Galileo Galilei träumt davon, dass der Mensch sich in seinen Kenntnissen stetig weiterentwickle: Der Mensch will wissen! Fortschritt! Fakten! Im Jahr 1609 richtet Galilei sein Fernrohr auf den Himmel und spricht laut aus: Die Erde, wir, sind nicht der Mittelpunkt des Universums. Das Jahrhunderte lang gültige Weltbild der Kirche wankt: Der Mensch soll irgendein Wesen auf irgendeinem Gestirnchen sein, irrlichternd durchs All kreisend, einen womöglich gottlosen Himmel? Schmerzlich erfährt Galilei den Preis der Wahrheit in einem autoritären System: Er widerruft, was er erkannt und behauptet hat.

Ab 1938 verfasste Bertolt Brecht sein geniales Denk-Stück »Leben des Galilei« im dänischen Exil und stellte die Gewissensfrage: Rebellieren oder sich anpassen? Sich opfern für die Wahrheit, oder kuschen vor der Autorität? Heute riskieren Whistleblower, Regimegegner, Forschende Leib und Leben, um brisantes Wissen zugänglich zu machen. Regierungen zensieren das Internet. Wer schützt das Wissen, wer die Wissenden? In welcher Abhängigkeit befinden sich Wissenschaft und Forschung, sind sie im Verbund mit den Mächtigen in Politik und Wirtschaft bereit, Unwahres öffentlich zu postulieren und Wahres zu verheimlichen?

 

Soiree Dienstag, 14. September 2021, 19.30 Uhr, Podium

Premiere Samstag, 25. September 2021, 19.30 Uhr, Podium

Musikalische Leitung Michael Weiger
Inszenierung Joshua Taylor
Ausstattung Maike Häber
Licht Gerolf Haaga
Dramaturgie Christian Stolz
Regieassistenz, Abendspielleitung & Inspizient Sonja Halter
Mit
Gunther Nickles (Galilei) Maurizio Micksch (Andrea u.a.) Vincent Furrer (Schalk) Rudi Grieser (Schelm) Helen Willis (Sängerin) Martin Gäbler (Sänger)

Zusätzliche Rollen

Mit Musikerinnen und Musikern des Philharmonischen Orchesters der Stadt Ulm

Termine

25/09/21 SA Podium
19.30 / Premiere P1
02/10/21 SA Podium
19.30 P3
07/10/21 DO Podium
19.30 P4
16/10/21 SA Podium
19.30 P2

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