Jedermann

JEDERMANN

Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes
von Hugo von Hofmannsthal

 

Hugo von Hofmannsthals Spiel vom Sterben des reichen Mannes, der durch die Einsicht der Vergänglichkeit des Daseins und aller irdischen Güter zu später Besinnung kommt, ist insbesondere durch die seit einem Jahrhundert alljährlich prominent besetzten Aufführungen bei den Salzburger Festspielen berühmt geworden und zählt zu den meistgespielten Bühnenklassikern. Im eindrucksvollen Innenraum der Wiblinger Klosterkirche kommen die Aussagen von Hofmannsthals überkonfessionellem Mysterienspiel bezwingend zur Geltung: Wer ist heutzutage noch glaubensfest? Verstoßen wir nicht alle gegen die Regeln eines moralisch integren Lebens, ob gottesfürchtig oder nicht? In der Figur des begüterten Protagonisten finden wir uns wieder: Mildtätig war und ist Jedermann nicht, auf dem Weg zu erotischen Vergnügungen verweigert er einem Bittsteller Hilfe, lässt auch gnadenlos die Inhaftierung eines Schuldners geschehen. Die Mahnungen seiner Mutter hört er nicht. Doch als ihn während einer ausgelassenen Feier plötzlich Todesahnungen ereilen und er nun selbst bei Freunden und Verwandten Beistand sucht, zuletzt gar Beruhigung beim angehäuften Besitz, muss er erkennen, dass er um wahre, in dieser Lage Halt bietende Werte verlegen ist. Lediglich einige wenige gute Taten werden als Lebensleistung erinnert, das lindert kaum die Todesfurcht. Ob Jedermanns arg späte Besinnung fürs Seelenheil reicht oder er »zum Teufel« geht, das entscheidet sich erst in letzter Minute.

 

Matinée Sonntag, 29. Mai 2022, 11.00 Uhr, Podium

Premiere Samstag, 11. Juni 2022, 19.30 Uhr, in der Basilika St. Martin in Ulm-Wiblingen

Vis-à-Vis Freitag, 24. Juni 2022, 19.30 Uhr, Saal von St. Michael zu den Wengen

 

Altersempfehlung 14+ 

Dauer ca. 1 Stunde 45 Minuten, keine Pause

 

Die behördlichen Vorgaben für Ihren Theaterbesuch finden Sie hier.

Galerie
Trailer
Inszenierung Kay Metzger
Ausstattung Petra Mollérus
Licht Marcus Denk
Regieassistenz & Abendspielleitung Lisa Koenen
Soufflage Ruth Dohle
Inspizienz Felix Goldbeck
Mit
Markus Hottgenroth (Jedermann) Anne Simmering (Buhlschaft) Frank Röder (Tod) Stephan Clemens (Guter Gesell / Teufel) Gunther Nickles (Dicker Vetter / Nachbar / Mammon) Maurizio Micksch (Dicker Vetter / Nachbar / Mammon am 11.06., 12.06., 13.06.2022)Björn Ingmar Böske (Dünner Vetter / Schuldknecht / Mammon) Christel Mayr (Mutter / Glaube) Emma Lotta Wegner (Gott / Gute Werke) Sonja Halter (Schuldknechts Weib / Fräulein / Mammon) Rainer Kunert (Percussion) Andreas Weil (Orgel)

Zusätzliche Rollen

Statisterie des Theaters Ulm

Höreinführung

Pressestimmen

»Was da aber nun am Samstagabend drinnen, in der Basilika, Premiere feierte, ist etwas anderes: Starkes, intensives Schauspiel, eine Auswärtsproduktion des Theaters Ulm, eine sich mit dem Stück aktuell auseinandersetzende Inszenierung von Intendant Kay Metzger mit einem hervorragenden Ensemble um Markus Hottgenroth in der Titelpartie, Stephan Clemens als Jedermanns Gesell und Teufel und Frank Röder als Tod.«

Jürgen Kanold // Südwestpresse

»Für Kay Metzger, den Intendanten des Theaters Ulm und Regisseur der Jedermann-Inszenierung, konnte es kaum eine stimmigere Umgebung geben. [...] Den Nerv des Publikums hat der Regisseur damit gefunden. Das Stück wäre im Theater nie so berührend rübergekommen, urteilt ein Besucher. Die Thematik Glaube, Liebe, Gott und Tod passt ideal in den Kirchenraum, ergänzt eine andere Zuschauerin.«

Frank Polifke // SWR