Der Vetter aus Dingsda

DER VETTER AUS DINGSDA

Operette in drei Akten von Eduard Künneke
Libretto von Herman Haller und Rideamus (Fritz Oliven)
nach dem Lustspiel von Max Kempner-Hochstädt

Wenn der Mond als kosmischer Postillon d’amour Verwendung findet, ein armer Wandergesell dem liebeskranken Sopran den Kopf verdreht und in schmissigem Rhythmus konstatiert wird, dass »am Mann wirklich nichts dran« ist, dann hat man die chaotische Welt der Operette längst betreten. Eduard Künnekes Sensationserfolg von 1921 mit dem geografisch prägnanten Titel »Der Vetter aus Dingsda« lässt nichts aus, was das Bürgertum des frühen 20. Jahrhunderts in seinen Grundfesten erschüttern könnte: Die liebe Verwandtschaft will über Julia de Weerts Liebesleben und damit über ihre Zukunft und die Verteilung eines stattlichen Erbes entscheiden. Darum bestürmen gleich mehrere Männer die junge Frau, die eigentlich nur auf ihren geliebten Roderich warten will, der seit gefühlten Ewigkeiten im fernen Dingsda ... irgendwo in Asien ... vielleicht in Batavia weilt – so genau weiß das niemand – und hoffentlich bald zurückkehrt. Und so wird zu Tango, Walzer und Foxtrott geliebt, geflirtet, gesungen und gelogen, dass sich die Balken biegen und neben den Emotionen auch die Tanzbeine glühen. 

Workshop Teil 1 Samstag, 26. Januar 2019, 17 Uhr, Treffpunkt: Bühnenpforte
Workshop Teil 2 Samstag, 2. Februar 2019, 9.45 Uhr, Treffpunkt: Bühnenpforte
Matinée Sonntag, 3. Februar 2019, 11 Uhr, Foyer des Theaters Ulm
Premiere Donnerstag, 7. Februar 2019, 20 Uhr, Großes Haus

Dauer 2 Stunden 30 Minuten, eine Pause

Galerie
Musikalische LeitungLevente Török
InszenierungChristian Poewe
ChoreografieGaëtan Chailly
DramaturgieBenjamin Künzel
Regieassistenz & AbendspielleitungAndreea Geletu
Mit
Therese Wincent (Julia de Weert am 07.02.2019, 12.02.2019, 16.02.2019)Maryna Zubko (Julia de Weert)Maria Rosendorfsky (Hannchen)Martin Gäbler (Josef Kuhbrot)Elke Kottmair (Wilhelmine)Luke Sinclair (Egbert Shelterbelt)Markus Francke (Ein Fremder)Joska Lehtinen (Ein zweiter Fremder)J. Emanuel Pichler (Hans)Girard Rhoden (Karl)

Zusätzliche Rollen

Statisterie des Theater Ulm
Das Philharmonische Orchester der Stadt Ulm

Audio-Kommentar

Pressestimmen

"Poewe und sein Regieteam finden eine extrem gute Balance zwischen Tiefe und Leichtigkeit. Das Bühnenbild mit seinen schiefen Böden und ebenso verwinkelten Wänden verweist auf Stummfilme und die Kunst der 20er Jahre. Fantasie und Raffinesse prägen aber auch die schrillen Kostüme, die schwungvollen Tanzeinlagen und die vielen running gags. [... Die Darsteller] versprühen über Mimik, Körpersprache und Stimme jede Menge Witz und Spaß. Das Publikum saugt das geradezu auf."

Reiner Schlenz // SWR

"Das wirkliche Herz dieser Inszenierung ist das grandios spielfreudige und gesanglich top aufgelegte Ensemble: Es ist eine Schau, wie sich Tenor Markus Francke mit so viel Pathos in die Heldenrolle hineinwirft, als ginge es um das Rheingold, und dabei trotzdem mit zarten Tönen berührt: Wer so singt, kann kein schlechter Mensch sein, auch wenn er ein Lügner ist. Therese Wincent als Julia kostet den Kitsch ihrer Partie mit viel Armwedeln aus, während „Hannchen“ Maria Rosendorfsky lässig ihre schon früher erprobte Rolle als charmantes Miststück abruft. Und Luke Sinclair als ungelenker Rosenkavalier ist ein solches Zuckerstück, dass man sich wundert, warum bei ihm keine Frau schwach wird. Liebenswert auch Girard Rhoden und J. Emanuel Pichler als Diener, die auch mal einen Kuschelwalzer zusammen tanzen. Das bei der Premiere von Levente Török dirigierte Orchester tut viel dazu, dass die eingängige Musik nie ins Seichte kippt."

Marcus Golling // Neu-Ulmer Zeitung

"Das Ensemble überzeugt: Therese Wincent gibt die Julia als Unschuld vom Lande, Maria Rosendorfsky deren durchtrieben fröhliche Freundin Hannchen; Martin Gäbler ist der kauzige Kuhbrot, Elke Kottmair spielt dessen Frau Wilhelmine aufgedreht als liebessüchtige Furie, Joska Lehtinen den zweiten Fremden als gutmütigen Biker. Dazu Girard Rhoden und J. Emanuel Pichler als trottelige Diener. Glänzend: Markus Francke als falscher Roderich, der nicht nur wunderbar davon schmalzt, dass er ein armer Wandersgesell ist – ein Tenor mit Schellackplatten-Timbre. „And what about me?“ Herrlich, wie Luke Sinclair in dieser Inszenierung keinen Egon, sondern einen sehr britischen Egbert Shelterbelt naiv säuselt, den verschmähten Liebhaber Julias."

Jürgen Kanold // Südwest Presse

"Vor fast 100 Jahren wurde Eduard Künnekes Operette „Der Vetter aus Dingsda“ in Berlin uraufgeführt. Jetzt hat man das Erfolgsstück von 1921 am Theater Ulm aus der Ecke vermeintlicher Angestaubtheit geholt und in einer modern aufpolierten Inszenierung von Christian Poewe auf den Spielplan gesetzt. Und siehe da: Der langjährige Dauerbrenner mit seinen zahlreichen Ohrwürmern lässt sich auch heute noch in vollen Zügen genießen, wenn er musikalisch und szenisch so brillant dargeboten wird wie hier."

Werner Grimmel // Schwäbische Zeitung

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