
Faces of Love
Tanztheater in zwei Teilen
von Beatrice Panero und Noel Pong zu Werken von Ludwig van Beethoven u. a.
Tanztheater in zwei Teilen von Beatrice Panero und Noel Pong
zu Werken von Ludwig van Beethoven u. a.
Zwei Menschen begegnen sich. Etwas passiert zwischen ihren Blicken. Sie begehren sich. Der nächste Tag: Was Funken sprühte, ist zerfallen. Das Spiel um neue Liebhaber geht weiter. Liebe: ein Taumel. Liebe: ein Band. Stark und innig umspannt es Familien, Eltern, Töchter, Söhne, Großeltern. Innig verbindet es Paare, manche länger als ein halbes Leben. Manchmal reißt dieses Band, sei es wegen schwelender Konflikte, Scheidung, oder am dramatischsten durch den Tod. Liebe hat viele Gesichter – Ekstase, süße Stille, Zerbrechlichkeit: »Faces of Love«.
Tanzdirektor Reiner Feistel legt zum Auftakt dieser Spielzeit das Talent der Tänzerinnen und Tänzer in die Hände von zwei Choreografinnen. Beide stehen in besonderer Weise zum Theater Ulm. Mit ihren jeweiligen choreografischen Handschriften spüren sie gemeinsam mit dem Ensemble Facetten von Liebe nach. Ein Tanztheater in zwei Teilen entsteht.
Beatrice Panero war bis zur Spielzeit 2017/18 selbst Tänzerin in der Ulmer Compagnie. Nun kehrt sie als Gast-Choreografin zurück und legt ihren Spot im großen Feld »Liebe« auf das Thema Verführung. Zwei der größten Verführer-Figuren der Geschichte, Casanova und Don Juan, treffen auf der Bühne tänzerisch aufeinander. Als Sinnbilder eines Womanizers gelten diese beiden Herzensbrecher, sind jedoch in ihrer Leidenschaft grundverschieden – und in ihrer Bereitschaft, rücksichtslos zu sein. Angelehnt unter anderem an Giacomo Casanovas Biografie »Histoire de ma vie« entspinnt sich ein Spiel um sinnliche und zwielichtige Verführer.
Noel Pong ist Tänzerin und Choreografin in Hong Kong. Erstmals arbeitet sie nun in Europa: am Theater Ulm. Ihren Impuls, um auf das Thema Liebe zu blicken, nimmt sie aus einem Phänomen in Japan. Wer das »Telefon des Windes« im Dorf Otsuchi betritt, trauert. Seit der verheerende Tsunami 2011 Menschenschicksale auseinanderriss, suchen Angehörige diese Telefonzelle auf, um mit den Verstorbenen in Kontakt zu treten. Das Telefon ist nicht ans Netz angeschlossen: Die Trauernden sprechen in die Stille der Zelle. Noel Pong stellt die Frage nach dem Verlust von Liebe. Mit der Compagnie erforscht sie das Motiv unerreichbar ferner Geliebter.
Mit »Faces of Love« zeigt das Theater Ulm ein kraft- und humorvolles, ein melancholisches Tanztheater über Verführung und Verlust, und das Gefühl, das bleibt: Sehnsucht. Drei Musikerinnen und Musiker des Theaters spielen kammermusikalisch live auf. Zu den zeitgenössischen Choreografien lassen sie Stücke von Beethoven, Schubert, Ravel und Rachmaninoff erklingen.
Altersempfehlung 12+
Matinée Sonntag, 13. Oktober 2019, 11 Uhr, Großes Haus
Uraufführung Donnerstag, 17. Oktober 2019, 20 Uhr, Großes Haus
Dauer ca. 2 Stunden 10 Minuten, eine Pause
Nacheinlass ca. 20 Minuten nach Beginn
Choreografie
Choreografie
Noel PongAusstattung
Petra MollérusDramaturgie
Christian StolzChoreografische Assistenz
Choreografische Assistenz, Trainings- und Abendspielleitung
Besetzung
Media

Tamás Füzesi, Yoh Ebihara, Karl-Heinz Gudat, Alba Pérez González, Magnum Phillipy, Nora Paneva (Foto: Martin Kaufhold)
Pressestimmen
»Auf der Bühne links im Hintergrund steht ein Flügel, dem Eva Llorente Diaz genaue Tempi vorgibt, begleitet von Tamás Füzesi (Violine) und Karl-Heinz Gudat (Violoncello): alles drei exzellente Musiker, die mit gekonntem Zusammenspiel, ständig zwischen laut und leise einschmeichelnd wechseln. [...] Wo Panero auf Expressivität geht, da versucht Pong ganz aus der Innerlichkeit des Erlebens zu arbeiten. Das zehnköpfige Ensemble des Ulmer Tanztheaters meistert beides, es ist so gut besetzt, dass man niemanden hervorheben möchte. Meine Verbeugung vor Gabriel Mathéo Bellucci, Yoh Ebihara, Alba Pérez Gonzáles, Carmen Vázquez Marfil, Maya Mayzel, Edoardo Dalfolco Neviani, Nora Paneva, Seungah Park, Magnum Phillipy und Luca Scaduto.«
Manfred Jahnke // Die Deutsche Bühne
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