Written on Skin
Dieses Stück wurde in gespielt.

WRITTEN ON SKIN

Oper in drei Teilen von George Benjamin
Text von Martin Crimp nach dem anonymen okzitanischen Text »Guillem de Cabestanh – Le cœur mangé« aus dem 13. Jahrhundert
in englischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Nach der Uraufführung 2012 startete »Written on Skin« einen Triumphzug über die europäischen Opernbühnen. Ausgangspunkt ist ein mittelalterliches provenzalisches Ehedrama, mitleidlos betrachtet mit den Augen sinistrer Engel des 21. Jahrhunderts: Im Auftrag eines selbstherrlichen Oligarchen kreiert ein junger Illustrator Bilder über dessen politische Herrschaft und heimisches Glück. Doch das Entstehen des Buches und die sich anbahnende Beziehung mit dem Künstler wird zum Katalysator für die Rebellion der zuvor kindgleich gehorsamen Frau Agnès.
George Benjamin und Martin Crimp erzählen von Unterwerfung und Auflehnung, verstörenden Konsequenzen der Selbsterfahrung und den Grenzen der Macht, die Menschen sich über andere anmaßen, und das sowohl in den sensiblen Momenten der Verführung als auch in denen brutaler Vergeltung mit ungemeiner Intensität.

Dauer ca. 1 Stunde 30 Minuten, keine Pause

Workshop Teil 1 Samstag, 27. April 2019, 17 Uhr, Treffpunkt: Bühnenpforte
Workshop Teil 2 Samstag, 4. Mai 2019, 9.45 Uhr, Treffpunkt: Bühnenpforte
Matinée Sonntag, 5. Mai 2019, 11 Uhr, Foyer des Theaters Ulm
Ulmer Premiere Donnerstag, 9. Mai 2019, 20 Uhr, Großes Haus

Galerie
Trailer
Musikalische Leitung Michael Weiger
Musikalische Leitung Hendrik Haas (12.06.2019, 16.06.2019)
Inszenierung Kay Metzger
Ausstattung Petra Mollérus
Video Martin Kemner
Dramaturgie Nilufar K. Münzing
Dramaturgie Diane Ackermann
Regieassistenz & Abendspielleitung Andreea Geletu

Weitere Mitwirkende

Kooperation mit der Königlichen Oper Stockholm und dem Landestheater Detmold

 

Mit
Dae-Hee Shin (The Protector) Maria Rosendorfsky (Agnès) Benno Schachtner (Angel 1 / The Boy) I Chiao Shih (Angel 2 / Marie) Anna Werle (Angel 2 / Marie am 21.05.2019, 24.05.2019)Markus Francke (Angel 3 / John)

Zusätzliche Rollen

Statisterie des Theaters Ulm
Das Philharmonische Orchester der Stadt Ulm

Audio-Kommentar

Pressestimmen

»Benno Schachtner, der aus Dietenheim stammende Countertenor, spielt und singt diese Rolle grandios: mit leuchtender, verführerischer Stimme und dem eisigen Grinsen eines Mephistopheles. [...] Metzger führt meisterlich die Figuren, es ist ein Musikdrama, das Sängerensemble spielt überragend. Dae-Hee Shin gibt mit seinem noblen Bariton dem am Ende so hemmungslos gewaltbereiten Protektor auch eine zerrissen-verletzliche Gefühlslage mit. Maria Rosendorfsky knüpft als Agnès an ihre »Lulu«-Glanzauftritte an: durchdringende, emotionale Stimmkraft in Reinkultur bis in höchste Lagen und dabei große Darstellerinnenkunst. Die Agnès als tief berührende Märtyrerin. An Bergs »Wozzeck« wie an Debussys »Pellèas et Mélisande« kann man denken: das moderne Weltschmerz-Melos, die feinnervige Klangkultur. Auch Glasharmonika, Mandolinen, Gamben oder Kuhglocken kommen in Benjamins Werk zum Einsatz für diffizilsten Ausdruck. Diese Oper ist ein Hörerlebnis – und das vermochte der enorm umsichtige Michael Weiger mit den ausgezeichneten Philharmonikern auch in Ulm zu garantieren. Eine Top-Leistung. Eine hochkarätige zeitgenössische Oper, kongenial aufgeführt. Das ist ein Statement des Theaters Ulm. Ein Genuss – nicht nur für Spezialisten.«

Jürgen Kanold // Südwest Presse

»Die Ulmer Philharmoniker unter der Leitung von Kapellmeister Michael Weiger meistern die komplexe Partitur mit der richtigen Balance aus meditativer Zurückhaltung und Explosivität, klar und ausdrucksstark, aber nie im Wettstreit mit den Solisten. Diese sind das größte Pfund dieser so fordernden wie faszinierenden Opernpremiere: Sopran Maria Rosendorfsky gestaltet die Verwandlung der Agnès vom anonymen Frauchen zur selbstbestimmten Frau sowohl stimmlich als auch schauspielerisch packend und glaubwürdig, ähnlich brillant wie bei ihrer »Lulu« 2017; Bariton Dae-Hee Shin macht die ganze Härte des Protectors hör- und spürbar. Ein hervorragendes Debüt am Theater Ulm feiert der in Neu-Ulm lebende Countertenor Benno Schachtner: Sein »Boy«, gleichzeitig der erste Engel, ist kein zarter Junge, sondern ein Trickster mit maskenhaftem Lächeln, ein zynischer Gaukler, der auch sanglich kaum Empathie zeigt. Gut auch Markus Francke und I Chiao Shih in den Nebenrollen. Der Lohn am Ende ist großer Applaus für das Ensemble, aber auch für die Regie und für Komponist George Benjamin, der danach bei der Premierenfeier nicht mit Lob für die Ulmer Inszenierung und die Besetzung spart.«

Marcus Golling // Neu-Ulmer Zeitung

»Auch Elke Dorn war nach der Matinee zur Oper gespannt auf die Aufführung. »Meine Erwartungen sind unbedingt erfüllt worden«, sagt die Ulmerin. Auch für sie war die Musik George Benjamins das wesentlichste Element der Aufführung. »Für mich war die Aufführung auf eine ›technische‹ Weise faszinierend«, verrät der Ulmer Dieter Bschorner. »Wie der Spannungsbogen im Guten wie im Bösen in der kalten Präsenz der Klinikatmosphäre steht, und der Versuch, die Emotionen der wahren Liebe herauszubringen, obwohl sie auch in Gewalt verwoben war.« George Benjamins Musik ist für Bschorner »fast perfekt, weil sie da ist, ohne sich aufzudrängen.« Die Momente der Glasharfe und ihren Klang empfand Bschorner als das Schönste, »weil sie den Übergang in eine andere Welt symbolisieren.««

Zuschauerstimmen // Dagmar Hub // Neu-Ulmer Zeitung