LIPPEN SCHWEIGEN

Von der goldenen Operetten-Ära zur braunen
Ein musikalischer Abend über Glanz und Elend der leichten Muse

 

Die Operette lebt! Sie vereint groben Unfug mit philosophischen Ansätzen, mischt Freudentränen mit jenen des tiefsten Schmerzes und tanzt auf dem Vulkan, während die Welt untergeht. Travestie und Anzüglichkeiten halten dem Publikum den Spiegel vor, ungebremst sprengt Operette die Grenzen der Prüderie, macht so manches gesellschaftsfähig, was keiner auszusprechen wagt. Doch 1933 zogen Wolken auf am operettigen Firmament. Aus einer zu großen Teilen jüdischen Kunstgattung wurde im Laufe weniger Jahre eine deutsche Saubermann-Variante, die ihre entleerten Adern mit Parolen und Kalenderblatt-Lyrik zu füllen versuchte. Aus Spaß und Nervenkitzel wurde entschärfte Unterhaltung mit glattpolierter Oberfläche - ein Narkotikum.

Paul Abraham, Fritzi Massary, Richard Tauber, Emmerich Kálmán und viele andere, die es noch rechtzeitig schafften, flohen aus Deutschland und kurz darauf aus Österreich. Dort hielt ein resignierter Franz Lehár die Stellung, während Fred Raymond, Friedrich Schröder oder Arno Vetterling die Operette vom Rande des Vulkans geradewegs in den Abgrund tanzen ließen

 

Soirée Dienstag, 22. März 2022, 19.30 Uhr, Podium

Premiere Freitag, 1. April 2022, 19.30 Uhr, Podium

Altersempfehlung 16+

 

Die behördlichen Vorgaben für Ihren Theaterbesuch finden Sie hier.

Inszenierung Benjamin Künzel
Ausstattung Maike Häber
Licht Marcus Denk
Gerolf Haaga
Dramaturgie Christian Stolz
Studienleitung Michael Weiger
Musikalische Einstudierung Vincenzo De Lucia
Eunyoung Lee

Zusätzliche Rollen

Statisterie des Theaters Ulm

Termine

01/04/22 FR Podium_
19.30 / Premiere P7
07/04/22 DO Podium_
19.30 P10
13/04/22 MI Podium_
19.30 P6
28/04/22 DO Podium_
19.30 P8
alle

Kalender

Kalender