Seymour
Schauspiel

Seymour

Schauspiel von Anne Lepper

Schauspiel von Anne Lepper

 

Fünf dicke Kinder befinden sich in einem Abnehmcamp in den Bergen. Sie sollen unbedingt wieder zu »richtigen«, das heißt wohlproportionierten Menschen gemacht werden. So wie Vorbild Sebastian, der ist wunderbar dünn und passt überhaupt hervorragend in diese durch und durch optimierte Welt; nur leider ist der schon tot. Mithilfe strenger Regeln versuchen diese fünf Ausgestoßenen abzunehmen, lebens- und gesellschaftsfähig zu werden, um im Draußen bestehen zu können. Sie alle hoffen auf einen positiven Bescheid nach erfolgreicher »Kur« und die mögliche Entlassung, doch die entscheidende Instanz – Doktor Bärfuss – lässt auf sich warten. Gibt es womöglich gar kein Entrinnen aus dem Märtyrium, ist man womöglich längst im heimischen Kinderzimmer auf Dauer ersetzt durch einen schlanken Cousin Seymour?

Anne Lepper (*1978) entwirft in diesem Text eine fiese Dystopie, macht eine Bestandsaufnahme aktueller gesellschaftlicher Normen und Ideale und konfrontiert uns mit der Oberflächlichkeit unseres Seins. Dabei ist ihr Ton im 2011 uraufgeführten Stück bestechend und entwaffnend ehrlich. Bei der Kritikerumfrage des Fachmagazins »Theater heute« wurde Anne Lepper zur Nachwuchsdramatikerin des Jahres 2012 gewählt. Für ihr Stück »Mädchen in Not« erhielt sie 2017 den hoch dotierten Mülheimer Dramatikerpreis. Eine Adaption von »Seymour« wird sogar für Bühnen in Japan und New York geplant. Freuen Sie sich auf diesen bemerkenswerten Text mit bitterböser Moral.

 

Premiere Samstag, 3. Dezember 2022, 19.30 Uhr, Podium

Soirée Dienstag, 22. November 2022, 18.00 Uhr, Podium.bar

Altersempfehlung 16+

Dauer ca 1 Stunde 30 Minuten, keine Pause

Inszenierung

Jannik Graf

Ausstattung

Constanze Müller

Licht

Kai Pflüger

Dramaturgie

Natalie Broschat

Regieassistenz, Abendspielleitung, Inspizienz

Dominique Dietel

Besetzung

HeidiStefanie Schwab
MaxRasmus Friedrich

Media

Seymour – Szenenfoto 1

Maurizio Micksch, Stefanie Schwab, Rasmus Friedrich | Foto: Jochen Klenk

Pressestimmen

»Mit ›Seymour‹ zeigt das Theater Ulm ein inhaltlich wie formal anspruchsvolles Stück im Podium. Identität, Sexualität, Kapitalismus, Kriegsschuld, der ganze Ballast das 20. und 21. Jahrhunderts wird verhandelt. Die Inszenierung fängt das Interesse mit starker Figurenregie ein. Besonders auffällig im tollen Ensemble: Stefanie Schwab als überspannte Heidi und Emma Lotta Wegner als sensibler Leo.«

Marcus Golling // Südwest Presse

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