
Der Kaufmann von Venedig
Komödie von William Shakespeare
Komödie von William Shakespeare
aus dem Englischen von Werner Buhss
Bassanio ist klamm und somit keine Option für die attraktive Portia aus besten venezianischen Kreisen. Wie gut, dass es Freunde gibt: Antonio will ihn mit einer Finanzspritze unterstützen, damit sein Werben aussichtsreicher wird. Wie dumm, dass der selbst nicht gut bei Kasse ist. Seine internationale Spedition brummt, Kapitalanlagen sind weltweit gestreut, nur die momentane Liquidität ist gleich Null. Wie nützlich, dass professionelle Anbieter wie Shylock aushelfen können. Klar, Schulden und Kredithaie sind ohnehin hassenswert. Wie übel zudem, dass Shylock Jude ist. Doch Antonio bleibt nichts anderes übrig. Mit heftigen Schmähungen und voller Hochmut lässt er sich für das Darlehen sogar auf einen Schuldschein ein, der Shylock berechtigt, im Falle von Zahlungsschwierigkeiten Antonios »ein Pfund Fleisch nächst dem Herzen« aus dessen Körper zu schneiden. Was soll’s! Bassanio bekommt von Antonio das geliehene Geld und ist nun bei Portia erfolgreich. Und die Schuld bei Shylock ist ja bald beglichen ...
Mitnichten! Was undenkbar schien, passiert: Antonio verliert durch Havarien die Erlöse seiner Containerschiffe und Shylock, der stets Gedemütigte, verlangt unerbittlich vor Gericht die Einhaltung des Vertrags. Der Jude als Feindbild: geldgierig, hinterhältig, durchtrieben ... — antisemitische Reflexe waren nicht erst zur Shakespearezeit Normalität. Aber heute? Das Stück stellt die Frage neuerlich dringlich: Ist dieser tief sitzende Hass 80 Jahre nach dem Holocaust in Venedig, London, vor allem aber in Berlin oder Ulm wirklich verschwunden?
Eine halbe Stunde vor jeder Vorstellung gibt es eine Videoeinführung im Oberen Foyer.
Premiere Mittwoch, 15. März 2023, 20.00 Uhr, Großes Haus
Matinée Sonntag, 26. Februar 2023, 11.00 Uhr, Foyer
Öffentliche Bühnenprobe Samstag, 25. Februar 2023, 9.45 Uhr (Treffpunkt Bühnenpforte)
Altersempfehlung 14+
Dauer ca. 2 Stunden 15 Minuten, eine Pause
Inszenierung
Jasper BrandisBühne
Kostüme (nach Entwürfen von Andreas Freichels)
Maike HäberLicht
Johannes GrebingDramaturgie
Natalie BroschatRegieassistenz & Abendspielleitung
Nemanja LekovićSoufflage
Ruth DohleInspizienz
Oliver EisenmengerHöreinführung
Trailer
Besetzung
Media

Maurizio Micksch | Foto: Marc Lontzek
Pressestimmen
»Es ist schon ziemlich großartig, wie speziell Maurizio Micksch (Antonio) und Vincent Furrer (Bassanio) diese Widerlinge, deren Melancholie doch nur Selbstbesoffenheit ist, auf die Bühne bringen. Das Gegenstück dazu ist der souveräne Markus Hottgenroth als Shylock: ein beherrschter Geschäftsmann mit Prinzipien, der sich nicht brechen lässt.«
Marcus Golling // Südwest Presse
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