
7. KAMMERKONZERT 2026
Mit Werken von Franz Schmidt und Hans Pfitzner
Franz Schmidt
2. Quintett A-Dur, für Klavier, Klarinette und Streichtrio
Hans Pfitzner
Sextett G-Moll OP. 55 für Klavier, Klarinette, Streichtrio und Kontrabass
Wenn man sich das Anhören klassischer Konzerte so vorstellt, als wandle man durch einen lichtdurchfluteten Gang, dessen viele Fenster Ausblicke in verschiedene Panoramen bieten, so bietet das 7. Kammerkonzert am Theater Ulm eine besondere Perspektive: Während sich manche Komponisten im Jahr 1945 bereits der Frage zuwandten, ob Musikschaffen nach Auschwitz überhaupt noch möglich ist, sehnten sich andere Tonkünstler nach der musikalischen Klangwelt des Vergangenen.
Einer von ihnen war Hans Pfitzner, dessen g-Moll-Sextett als sein letztes Kammermusikwerk im Frühjahr 1945 entstand. Musik einer heiteren Retrospektive, einer melancholischen Resignation, Musik einer untergegangenen Welt, deren vielversprechende jüdische Künstler in den Flammen des antisemitischen Rassenwahns, dem sich Pfitzner frenetisch anschloss, bereits getötet waren oder sich im Exil befanden.
Auch der österreichische Komponist Franz Schmidt war von der nationalsozialistischen Ideologie überzeugt und schrieb in seinem letzten Lebensjahr 1938 das spätromantisch gefärbte A-Dur-Quintett mit Klarinette sowie - als weitere Besonderheit - für den linkshändischen Pianisten Paul Wittgenstein.
Mit der Aufführung von Werken dieser beiden umstrittenen Komponisten öffnet sich also in den Wandelgängen unserer Konzertreihen ein weiteres Fenster, durch das klangvolle Kammermusik aus einer sehr besonderen Zeitspanne des 20. Jahrhunderts erklingt.
Termin
Sonntag, 12. Juli 2026, 19.30 Uhr, Foyer
Burkhard Harstorff (Klarinette) Vincenzo De Lucia (Klavier) David Neira Rodriguez (Violine) Matthias Schnorbusch-Song (Viola) Julia Wasmund (Violoncello) Kiyoshi Takeda (Kontrabass)
