
Sanatorium zur Gänsehaut: Eine Entfaltung
Von Ferdinand Schmalz
Von Ferdinand Schmalz
Am Ufer eines »grundlos schönen« Sees liegt es, das berüchtigte Sanatorium zur Gänsehaut: ein Wellness-Resort für Gestresste, wo Reiche und (nicht mehr ganz so) Schöne verkehren, um Knitterfalten sowie Schwerkraftschwund entgegenzuwirken. Die illustren Gäste versprechen sich von der nach der Hotelchefin benannten ›Tiefenbach-Methode‹ endlose Jugend: »ich würd mein leben geben, um ewig zu leben!« Man kann das Alter schließlich nicht erst bekämpfen, wenn der Körper bereits ein Schlachtfeld ist, oder? Ob hier allerdings alles mit rechten Dingen zugeht, das will Investigativjournalistin Lio Laksch herausfinden und schleust sich inkognito in die Gurkenschalen schlürfende, eingeschworene Gesellschaft ein. Und was Badearzt Dr. Klotz unter der schönen Oberfläche in der Abgrundtiefe seines Kellers am Zerfallsprodukt Körper betreibt, wird nicht nur Lio Laksch eine Gänsehaut über den Rücken jagen ...
Der vielfach ausgezeichnete Dramatiker Ferdinand Schmalz hat ein »sprachlich famos durch-rhythmisiertes Grusical« über Schönheitskult und Machbarkeitswahn geschrieben und führt unterhaltsam die Verfallserscheinung einer Welt vor, in der sich viele, die über vermeintlich politischen Kontrollverlust klagen, nach Kräften abmühen, wenigstens die Kontrolle über den eigenen Körper zu erlangen.
Matinée
Sonntag, 28. Februar 2027, 11:00 Uhr, Foyer
Premiere
Donnerstag, 4. März 2027, 19:30 Uhr, Großes Haus