Dieses Stück wurde in der Spielzeit 2019/20 gespielt.

3. PHILHARMONISCHES KONZERT

ANTONÍN DVOŘÁK
Cellokonzert, h-Moll, op. 104 

DMITRI SCHOSTAKOWITSCH
10. Sinfonie, e-Moll, op. 93

Es ist die Sehnsucht nach Verlorenem oder Verlorengeglaubtem, die hier in Musik gegossen ist. Antonín Dvořák litt während seines Aufenthaltes in Amerika unter Heimweh. Und so begann er auf dem ihm fremden Kontinent 1894 seine Arbeit am berühmten »Cellokonzert, op. 104«, das sich den musikalischen Traditionen der alten Heimat verbunden fühlte. Hinzu kamen die schwere Erkrankung und der Tod seiner geliebten Schwägerin, die ihr Echo im anrührenden Adagio und dem Nachruf im Finale des Cellokonzerts fanden.
Die Sehnsucht nach Freiheit und Normalität trieb in den späten 1940er-Jahren auch Dmitri Schostakowitsch an, sein langjähriges sinfonisches Schweigen zu beenden. Die »10. Sinfonie« ist Zeugnis von Schostakowitschs wohl schwerster Zeit: der Tod seiner Frau, Enthebung von allen Lehrämtern, Aufführungsverbote. Trauer, Klage, aber auch Hoffnung tönen aus der überraschend klassischen Klarheit dieses Werks, das nach der Uraufführung 1953 in der Sowjetunion politische Debatten auslöste, im Westen aber schnell hohe Anerkennung fand.

Als Solist ist der 1975 in Ungarn geborene László Fenyö zu erleben, der seit dem Gewinn des Internationalen Pablo-Casals-Wettbewerbs in Kronberg 2004 zur Weltelite der Cellisten zählt. Er studierte in Budapest und Lübeck. Nach zahlreichen großen Wettbewerbserfolgen in Genf, Paris und Budapest war er von 2001 bis 2012 Solocellist im hr-Sinfonieorchester Frankfurt und gastiert seitdem bei renommierten Orchestern in Europa, Nord- und Südamerika, Asien und Neuseeland. Seit 2012 lehrt er als Professor an der Musikhochschule Karlsruhe.

Matinée 2. und 3. Philharmonisches Konzert Sonntag, 24. November 2019, 11 Uhr, Foyer des Theaters Ulm

 

Dirigent Timo Handschuh
Violoncello László Fenyö

Das Philharmonische Orchester der Stadt Ulm