Geschichte
In der Nacht vom 24. auf den 25. Juni 2025 kam es in der alten Paketposthalle am Ulmer Hauptbahnhof durch Brandstiftung zu einem Großbrand. Dabei wurden 27.000 Kostüme sowie Bühnenbilder, Arbeitsmaterial, Möbel, Requisiten und zwei Probebühnen zerstört.
Der Wert der Zerstörung lässt sich kaum beziffern. Erhebliche Einschränkungen und Mehrkosten für das Theater sind in den kommenden Jahren unvermeidlich.
Sie möchten zum Wiederaufbau des Fundus beitragen? Wir freuen uns über jede Unterstützung mit einer Überweisung auf unser Konto.
Sparkasse Ulm
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Bitte geben Sie als Verwendungszweck unbedingt „Spende Theater Ulm“ an.
Spenden sind steuerlich absetzbar. Falls Sie eine Spendenbescheinigung benötigen, kontaktieren Sie uns bitte über pressestelle-theater@ulm.de
Haben Sie gut erhaltene Kostüme, Fracks, Hochzeitkleider etc., die Sie dem Kostümfundus überlassen möchten?
Schicken Sie bitte eine E-Mail mit Fotos und genauen Angaben zu den Kleidungsstücken an kostuemfundus@ulm.de
Fotos der Brandschäden




Das aktuelle Leuchtturmprojekt ist der Erweiterungsbau des Theaters Ulm. In absehbarer Zukunft entstehen ein extra Kinder- und Jugendtheater, dringend Lager- und Proberäume sowie neue Werkstätten und Büros. In dem von der Stadt Ulm ausgeschriebenen Wettbewerb konnte sich der Entwurf des Berliner Architektenbüros um Architekt Max Dudler behaupten. Geplant ist ein hoher, mehrgeschossiger Giebelbau, der an die Reichsstadt Ulm erinnert. Der neue Gebäudekomplex soll direkt in Anbindung an das bestehende sechseckige Haupthaus erfolgen. Damit soll ein zeitgemäßes Theater-Viertel geschaffen werden. Der Spatenstich für den Bau des auf 38,8 Millionen Euro geschätzten Projektes soll nach politischen Verzögerungen und einem 2025 beschlossenen Planungskompromiss, bei dem zwei Untergeschosse mit Lagerflächen gestrichen wurden, um steigende Kosten im Rahmen zu halten, noch 2026 erfolgen, die Fertigstellung dann im Jahre 2030.

Modellzeichnung Erweiterungsbau Theater Ulm
- Alfred Mendler (1945-1950)
- Gustav Deharde (1950-1953)
- Peter Wackernagel (1954-1958, in der Spielzeitpause verstorben)
- Joachim von Groeling (kommissarisch 1958-1959)
- Kurt Hübner (1959-1962)
- Ulrich Brecht (1962-1966)
- Detlof Krüger (1966-1973)
- Peter Borchardt (1973-1979)
- Volkmar Clauß (1979-1985)
- Pavel Fieber (1985-1991)
- Bernd Wilms (1991-1994)
- Ansgar Haag (1994-2006)
- Andreas von Studnitz (2006-2018)
- Greta Călinescu (ab 2026)
1958 fiel nach einer stundenlangen Gemeinderatssitzung die Entscheidung: Ein neues Theaterhaus sollte auf dem Platz zwischen Olga- und Neutorstraße errichtet werden. Architekt Fritz Schäfer wurde mit der Planung dieses neuen Theatergebäudes beauftragt. Am 3. Oktober 1969 fand das Theater Ulm dann endlich seine eigenen Räumlichkeiten mit einem klassischen großen Saal, dem Großen Haus, mit 815 Sitzplätzen und einem Studiotheater, dem Podium, mit 200 Plätzen. Das Podium kann passend an die Aufführungen in eine Guckkasten-, Shakespeare-, Arena-, Spielflächen-, Laufsteg- oder Rundumbühne umgebaut werden. Mittlerweile gibt es auch die festeingerichtete Podium.bar, welche für kleinere Veranstaltungen genutzt werden kann sowie das Foyer, das ebenso für Konzerte, Lesungen oder Liederabende dient.

Das Große Haus und das Podium im Neubau von 1969
Ende der 1990er Jahre wurde dann auch die Wilhelmsburg zur zusätzlichen Spielstätte des Theaters Ulm: Im Sommer finden seither im Zweijahresrhythmus von Mai bis Juli Open-Air-Musiktheateraufführungen in malerischer Kulisse auf der Ulmer Wilhelmsburg statt. Mittlerweile gibt es auch ein gastronomisches Angebot sowie überdachte Zuschauertribünen. Da es oben auf dem Michelsberg keine Parkplätze gibt, wird das Publikum mit Shuttlebussen hochgefahren.

Außenfassade Wilhelmsburg
Nach Ende des ersten Weltkriegs schätzte man sich glücklich, das Theater 1919 wiederzueröffnen, welches während des Krieges stilllag. Kurz darauf wurden auch Oper und Operette in das Programm aufgenommen. Statt der bisher verpflichteten Militärmusiker, die nicht mehr zur Verfügung standen, wurde ein eigenes Orchester eingestellt. Trotz der steigenden Inflation konnte das Theater 1923 umgebaut und mit der angrenzenden Kutscherhauskaserne vereint werden, in welchem das Foyer, die Garderobe und die Büros Einzug hielten.

Das alte Theater nach dem letzten Umbau 1923
Im Dritten Reich wurde das Theatergebäude bei Luftangriffen zerstört. Im Herbst 1945 öffnete das Theater Ulm erneut, nun in der Turnhalle der Wagnerschule. Aufgrund der finanziellen Situation beschränkte man sich erstmal auf Schauspiel und Operette. Währenddessen wurde ein Neubau eines Theaterhauses geplant.
Das Provisorium in der Turnhalle der Wagnerschule (1945-1969)
Ein gutes halbes Jahrhundert später, 1702, überrumpelten verkleidete bayrische Truppen im Spanischen Erbfolgekrieg die Festung Ulm und unterbrachen somit das Theaterleben der Stadt. Auch nach der Befreiung Ulms durch österreichischen Truppen wurde das Furttenbachtheater noch für militärische Zwecke genutzt und war später in solch desolatem Zustand, dass das Wagenhaus, in welchem bis dato Kutschen abgestellt wurden, als Provisorium eines Theaters diente. Zu den Aufführungen des Laienspiels oder von den nun überwiegend anreisenden Schauspieltruppen, mussten die Zuschauer selbst ihren Stuhl mitbringen, da es in der Wagenhalle nur ein Podest als Bühne, aber keine Zuschauerbänke gab. Zu den eifrigsten Theaterbesuchern zählten die Kreistags-Abgesandten, die nach ihren Tagungen ins Theater gingen. Sie kannten also die provisorischen Zustände nur zu gut und ließen sich trotz der schwierigen finanziellen Lage Ulms zu einem Bau eines angemesseneren Theatergebäudes hinreißen.
Im Mai 1781 pries die "Ulmische Teutsche Chronik" begeistert die Fertigstellung des auf dem Platz des Wagenhauses errichtete Ulmer Theaterhauses und dessen von Heideloff gemaltem Bühnenvorhang an. Die Theaterräume wurden weiterhin an wandernde Schauspielgesellschaften vermietet. Die oft klammen Schauspielgruppen konnten die Mieten nicht bezahlen, machten Schulden bei der Stadt und verließen diese meist fluchtartig. Erst 1834 gelang es Theaterdirektor Johann Dardenne eine Verbesserung der finanziellen Situation vorzunehmen, indem er gegen die bislang gängige Praxis mit seiner Gesellschaft nicht nur kurz verweilte, sondern durchsetzte, 13 Jahre lang durchgängig in Ulm spielen zu dürfen - mit Subventionen der Stadt und einer Steuerermäßigung des Staats. Die Beständigkeit der Theatergruppe, des Spielplans und den in den Zeitungen erscheinenden Kritiken führten zu einem engen Kontakt zwischen den Ulmern und den Schauspielern und zu regen Theaterbesuchen.

Heideloffs Vorhang von 1781 im alten Theater
Zu Anfang hatte das Theater Ulm kein eigenes Gebäude, die Aufführungen bestanden aus Laienspielen der Meistersingerschule und der Schüler des Gymnasiums. Zwischen 1550 und 1650 wurden unter den Rektoren Martin Balticus, Daniel Hebenstreit und Johann Konrad Merk Vorstellungen gezeigt, die sich auf ein Minimum an Requisiten beschränkten. Es gab keinen festen Theatersaal mit Bühne und Vorhang, man griff auf einen Raum in der Schule, im Neuen Bau oder auf den Schuhhaussaal Ulms zurück. Zeitweise war der Publikumsandrang so groß, dass er durch die Polizei gemaßregelt werden musste. Neben dem Laienspiel machten auch gastierende Schauspielgruppen aus England und den Niederlanden Halt, um Darbietungen zu geben. Es gab keinen regelmäßigen Spielplan, Vorstellungen fanden meist an Festtagen statt. Der dreißigjährige Krieg brachte die Theateraufführungen schließlich fast zum Erliegen.
Rektor Merk ließ nach dem Separatfrieden der Reichsstadt mit dem Kaiser die Laienkomödie wiederbeleben. Gemeinsam mit dem Waisenhauspfleger Hans Trost überzeugte er 1640 den damaligen Stadtbaumeister Joseph Furttenbach in einem Stadel des alten Waisenhauses ein Theater einzurichten. Ganze drei Aufführungen wurden dort unter großem Publikumsandrang gespielt, als man auch schon wieder vom Gebäude abließ, da dieses nicht den Theateransprüchen entsprach.
Stadtbaumeister Furttenbach baute daraufhin ein als Kornhaus genutztes Gebäude des ehemaligen Dominikanerklosters als Theater um. Damit begann eine neue Ära. Die nach dem italienischen Stil errichtete Bühne wurde am 17. August 1641 mit einer sechsstündigen Vorstellung eingeweiht - mit »Moses« von Bruelovius, bearbeitet von Rektor Merk und dargestellt von seinen Schülern. Die Bühne hatte nun einen ordentlichen Vorhang und die drehbaren Kulissenelemente ließen einen raschen Szenenwechsel zu. Es gab auch ausreichend Platz, um größere Requisiten, wie Kutschen, zu nutzen. Nebst der Bühne gab es auch einen Graben, in dem die Musiker saßen. Das Publikum fand sich auf den 600 Sitz- und den 150 Stehplätzen ein.

Modell des Furttenbachtheaters