1. Philharmonisches Konzert

1. PHILHARMONISCHES KONZERT

Engelbert Humperdinck
Ouvertüre zur Oper »Hänsel und Gretel«

Johannes Brahms
2. Serenade, A-Dur, op. 16

Hans Rott
1. Sinfonie, E-Dur

Märchen sind so unerbittlich wie die Wirklichkeit: Nach den hochromantischen Klängen von Humperdincks Ouvertüre zu »Hänsel und Gretel« treffen zwei Zeitgenossen des Komponisten aufeinander, deren unterschwellige Rivalität tödlich endet: Johannes Brahms und Hans Rott. Während Brahms recht früh zu Ruhm und Ehren gelangte, starb Rott mit nur 26 Jahren in einer psychiatrischen Anstalt. Brahms selbst, dessen »2. Serenade« zur Zeit von Hans Rotts Geburt 1858 enstand, dürfte die Tragweite seiner negativen Kritik an Rotts »1. Sinfonie« nicht einmal bewusst gewesen sein – für den jungen Hans Rott aber brach eine Welt zusammen und mit ihr sein Verstand.
Dabei beginnt alles so vielversprechend: Rott war hochbegabt, der Lieblingsschüler Anton Bruckners. Sein Studienkollege Gustav Mahler bewunderte ihn, nannte ihn sogar den ›Begründer der neuen Sinfonie‹. Lange bevor Mahler seine »1. Sinfonie« schrieb, hat Rott die seine mit nur 19 Jahren vollendet. Ohne Rotts visionären Mut sind die Sinfonien Mahlers, der Rotts »1. Sinfonie« lange im Privatbesitz unter Verschluss hielt und daraus lernte, nahezu undenkbar. Zu Lebzeiten Rotts wurde keines seiner Werke veröffentlicht – erst 1989 erlebt seine »1. Sinfonie« ihre posthume Uraufführung.

Das Philharmonische Orchester der Stadt Ulm