Philippe Spiegel

Der in Wien lebende Tiroler Bariton Philippe Spiegel wurde in Santiago de Chile geboren und wuchs in Innsbruck auf, wo er erste musikalische Erfahrungen als Sopransolist der Wiltener Sängerknaben unter der Leitung von Johannes Stecher sammelte.

Im Alter von 17 Jahren begann er sein Studium an der Musikuniversität Wien bei Karlheinz Hanser und KS Marjana Lipovšek (Lied und Oratorium, 2013 Abschluss mit einstimmiger Auszeichnung). Er besuchte Meisterkurse bei Christa Ludwig, Thomas Hampson, Michael Schade, Thomas Quasthoff und Helmut Deutsch und ist zudem mehrfacher Preisträger verschiedener Wettbewerbe.

Sein Rollenrepertoire umfasst u.a. Papageno (Die Zauberflöte), Figaro (Der Barbier von Sevilla) und Fiorello, Marcello (La Bohème) und Benoit/Alcindoro, Masetto (Don Giovanni), Guglielmo (Così fan tutte) sowie Melisso (Händels Alcina), Zoroastro (Orlando), Conte Perrucchetto (Haydns La fedeltà premiata),Eisenstein sowie Dr. Falke (Die Fledermaus), Gustl (Land des Lächelns), und Jupiter (Offenbach: Orpheus in der Unterwelt).

Philippe Spiegel tritt auch als Konzertsänger und Liedinterpret auf; so gehören Bachs Johannes- und Matthäuspassion (Jesus und Arien) – u.a. im Auditorio Nacional in Madrid – und das Weihnachtsoratorium zu seinem Repertoire. Auch in Joseph Haydns Die Schöpfung (Raphael und Adam) und Mozarts sowie Faurés Requiem war er schon als Basssolist zu hören.

Zu einer seiner Paraderollen entwickelte sich der Papageno, den er sich intensiv mit Christian Boesch erarbeitete. Der junge Innsbrucker gab sein Rollendebüt 2012 in Chile unter Boeschs Regie. Auch in einer vielbeachteten und mehrfach ausgestrahlten Neuproduktion der Zauberflöte an der Opéra de Lyon, in einer Wiederaufnahme einer Produktion aus Lausanne in Saint-Étienne, sowie bei den Salzburger Festspielen (Zauberflöte für Kinder, Young Singers Project 2012 & 2013) sang Philippe den Papageno.

Es folgten sein Debüt als Figaro in Rossinis Barbier von Sevilla sowie Engagements als Fiorello in Dijon, Limoges, Reim und Caen. Weiters debütierte er in Wien als Marcello in Puccinis La Bohème; beim Verbier Festival sang er Benoit und Alcindoro.

Weitere Projekte beinhalten u.a. die Titelpartie bei der Uraufführung des Oratoriums Moses (J. Gruchmann) u.a. mit den Wiener Sängerknaben im Salzburger Festspielhaus sowie Neujahrskonzerte mit der Philharmonie Leipzig im Gewandhaus. Im Februar 2017 (Wiederaufnahme 2018) sang er den Orpheus in der Kinderproduktion "Wir befreien Eurydike" im Theater an der Wien. Zuletzt feierte er sein Rollendebüt als Eisenstein (Die Fledermaus, Musiktheater Vorarlberg).

Zurzeit ist er im Theater Ulm als Graf Boni / Die Csardasfürstin (Premiere: 06. Februar 2020) engagiert, weiters kehrt er für Die Blaue Mazur von Franz Lehár im Sommer 2020 an die Bühne Baden zurück.